Brot und Rosen

Wenn wir zusammen gehen, geht mit uns ein schöner Tag,
durch all die dunklen Küchen und wo grau ein Werkshof lag,
beginnt plötzlich die Sonne unsre arme Welt zu kosen,
und jeder hört uns singen: |:Brot und Rosen:|
Wenn wir zusammen gehn, kämpfen wir auch für den Mann
weil unbemuttert kein Mensch, auf die Erde kommen kann.
Und wenn ein Leben mehr ist, als nur Arbeit, Schweiß und Bauch,
woll’n wir mehr, gebt uns das Leben, doch |:gebt uns Rosen auch!:|
Wenn wir zusammen gehn, gehn unsre Toten mit,
ihr ungehörter Schrei nach Brot, schreit auch durch unser Lied,
sie hatten für die Schönheit, Liebe, Kunst erschöpft nie Ruh,
drum kämpfen wir ums Brot, und |:um die Rosen dazu:|
Wenn wir zusammen gehn, kommt mit uns ein bessrer Tag.
Die Menschen, die sich wehren, wehren aller Menschen Plag.
Zu Ende sei, dass kleine Leute schuften für die Großen!
Her mit dem ganzen Leben: |:Brot und Rosen!:|
          Text: Peter Maiwald, Musik: R. Fresow

Ich bin so frühlisch

Denn es ist Frühling

Die Sonne lacht, das Herz ist froh

und Lieder hab ich sowieso

Ich hol die ollen Schlager raus und freu mich wie ne Tangomaus:

Wenn der weiße Flieder wieder blüht, sing ich Dir mein schönstes Liebeslied…

Alles in alter Frische…

 

Fische

Manchmal ist es im Februar kalt. So wie heute.

Vor 27 Jahren schien die Sonne am 26.ten Februar

und wir sind in die Stadt gegangen um ein Eis zu essen.

Ich erinnere mich nicht eins gegessen zu haben,

denn der Fußweg machte mir damals schwer zu schaffen.

Wie eine Fischerkugel schleppte ich meinen runden Bauch vor mir her.

Am Abend wollte der Fisch dann unbedingt in andere Gefilde.

Und um 1 Uhr 50 lag er in warmen trockenen Tüchern und schaute mich an.

Der Mond schien, glaube ich…und mein Herz lachte.

    

Oxymoron oder ein altes Scherzgedicht

Dunkel war’s, der Mond schien helle

Als ein Auto blitze schnelle

langsam um die Ecke fuhr

Drinnen saßen stehend Leute

schweigend ins Gespräch vertieft

Als ein tot geschoßner Hase auf ’ner Sandbank Schlittschuh lief

Auf einer roten Bank, die grün angestrichen war

saß ein blond gelockter Junge, der hatte rabenschwarzes Haar

neben ihm ’ne alte Schrulle, die kaum sechzehn Jahr alt war

Unbekannter Autor